Ist es heute zu kalt, um die Drohne zu fliegen?
Lies das aktuelle Urteil und die Begründung. Prüfe anschließend die echte Lufttemperatur, das Handbuch deiner Drohne und die Bedingungen für den Rückflug.
Zuerst die Vorgaben deiner Drohne lesen
Bei Kälte reicht ein günstiger Wetterwert allein nicht aus. Drohne, Akku und Zubehör können unterschiedliche zulässige Temperaturbereiche haben. Lies die Anleitung deines konkreten Modells, bevor du einen Flug planst, und beachte auch die Vorgaben für das Laden. GoNoGo kennt weder deinen Akkuzustand noch die Technik des Fluggeräts. Die Bewertung ist eine Wetterhilfe; sie ersetzt weder die Herstellerangaben noch die Prüfung, ob ein Flug am gewählten Ort überhaupt zulässig ist.
Welche Temperatur im Modell zählt
Der Kälteabzug verwendet die Lufttemperatur, nicht die gefühlte Temperatur. Unter 0 °C zieht das Modell 25 Punkte ab; bei −5 °C oder weniger sind es 60 Punkte. Es gilt die passende Stufe, nicht die Summe beider Abzüge. Bei sonst günstigen Eingaben ergeben −5 °C deshalb 40 Punkte und NO-GO. Diese Schwellen sind Regeln der Software. Daraus folgt nicht, dass jedes Fluggerät bei derselben Temperatur betrieben werden darf oder gleich reagiert.
Kälte zusammen mit Wind und Sicht beurteilen
Ein Beispiel mit −1 °C und Böen von 29 km/h ergibt bei sonst günstigen Bedingungen 47 Punkte, MAYBE. Weitere Belastungen können den Wert senken. Niederschlag ab 0,1 mm pro Stunde, eine Regenwahrscheinlichkeit ab 50 Prozent, bestimmte Regen- oder Schneewettercodes sowie Sicht unter einem Kilometer führen im Modell zu NO-GO. Schau deshalb auch auf Niederschlag und Sicht. Eine trockene Startstelle beweist nicht, dass die gesamte geplante Flugzeit trocken bleibt.
Akkus nach Anleitung vorbereiten, nicht improvisieren
Kalte Akkus können sich anders verhalten als bei mildem Wetter. Bereite sie nur so vor, wie es der Hersteller vorsieht, und kontrolliere vor dem Start die angezeigten Warnungen und den Ladezustand. Verwende keine improvisierten Heizmethoden und lade nicht außerhalb der erlaubten Bedingungen. Ein vorbereiteter Akku erweitert den zulässigen Temperaturbereich der Drohne nicht. Die Wetterseite berechnet keine individuelle Laufzeit; Alter, Zustand und Belastung des Akkus bleiben außerhalb des Modells.
Rückflug und Reserve früh einplanen
Plane eine kurze, überschaubare Strecke statt einer weiten Erkundung an der Grenze der verfügbaren Energie. Der Rückflug kann Gegenwind bedeuten, obwohl der Hinflug leicht wirkt. GoNoGo sagt nicht voraus, wie viel Energie dein konkretes Fluggerät dafür benötigt. Nutze die Angaben und Warnungen deiner Drohne und halte ausreichende Reserven nach Herstelleranleitung. Ein günstiger Wetterwert ist kein Grund, niedrige Akkustände auszureizen oder den Rückflug bis zum letzten möglichen Moment aufzuschieben.
Bodenwetter ist nicht automatisch Flugwetter in jeder Höhe
Die Punktvorhersage beschreibt nicht jede Böe oder jede Bedingung entlang der Flugbahn. Wind kann mit der Höhe und zwischen Gebäuden oder Hindernissen anders ausfallen. Nebel, Feuchtigkeit und rasch wechselnde Sicht verdienen eine gesonderte Beurteilung. Prüfe den Startplatz und die tatsächlichen Bedingungen, bevor du abhebst. Wenn sich Wetter oder Sicht verschlechtern, beende den Flug nach den Vorgaben des Herstellers und den geltenden Regeln, statt dich allein auf den ursprünglichen Score zu verlassen.
Auch Pilot und Ausrüstung brauchen Vorbereitung
Warme, geeignete Kleidung und Handschuhe müssen eine sichere Bedienung zulassen. Prüfe vorab, ob du Steuerung und Bildschirm gut nutzen kannst und ob das verwendete Telefon ebenfalls innerhalb seiner Betriebsbedingungen bleibt. Nimm die Kontrollen vor dem Start ernst, auch wenn du nur kurz fliegen möchtest. Kleidung verbessert den Komfort, verändert aber weder die Lufttemperatur noch den Wetterwert. Wenn du die Anzeigen nicht zuverlässig lesen oder die Steuerung nicht sicher bedienen kannst, verschiebe den Flug.
Wetterurteil und Flugentscheidung auseinanderhalten
GO beginnt nach allen Begrenzungen bei 70 Punkten, MAYBE liegt bei 45 bis 69 und NO-GO darunter. MAYBE verlangt eine genauere Prüfung der Kombination aus Kälte, Wind und Feuchtigkeit. Bei NO-GO oder Bedingungen außerhalb der Gerätefreigabe ist Verschieben eine sinnvolle Option. Zusätzlich gelten die örtlichen Flugregeln und Einschränkungen unabhängig vom Wetter. Die Methodik erklärt den vollständigen Score; für technische Grenzen sind die aktuellen Angaben des Herstellers deines Fluggeräts maßgeblich.
Vollständige Methodik und Beispiele (Englisch) · Open-Meteo
Häufige Fragen
Ist Fliegen unter 0 °C immer verboten?
Das Wettermodell legt keine Flugverbote fest. Unter 0 °C zieht es 25 Punkte ab; ab −5 °C beträgt der Abzug 60 Punkte. Ob dein Gerät betrieben werden darf, bestimmen seine Herstellerangaben und die geltenden Flugregeln. Prüfe zusätzlich Wind, Niederschlag und Sicht, bevor du überhaupt einen Start erwägst.
Kann ein warmer Akku ein NO-GO ausgleichen?
Ein nach Anleitung vorbereiteter Akku kann für den Betrieb wichtig sein, beseitigt aber weder Kälte noch Wind oder Niederschlag. Er erweitert auch nicht automatisch den zugelassenen Temperaturbereich des Fluggeräts. GoNoGo vergibt dafür keine Zusatzpunkte. Bleiben Wetter oder Gerätebedingungen ungeeignet, verschiebe den Flug und beachte die Vorgaben des Herstellers.
Warum ist bei trockenem Startplatz trotzdem NO-GO möglich?
Das Modell berücksichtigt neben der Temperatur auch Niederschlagsmenge, Regenwahrscheinlichkeit, bestimmte Wettercodes und Sicht. Bereits 0,1 mm Niederschlag pro Stunde oder 50 Prozent Regenwahrscheinlichkeit können NO-GO auslösen. Deine Beobachtung am Boden betrifft nur den aktuellen Ort und Zeitpunkt. Prüfe deshalb das geplante Zeitfenster und verlasse dich nicht allein auf eine trockene Startfläche.